Vereinsgründung

 

 

Der Bezirks-Bienenzuchtverein Ingolstadt führt die Liste aller in Oberbayern bestehenden Bienenzuchtvereine an. Er wird bereits im Jahre 1862 erstmals erwähnt.

Die großen Moosflächen und blütenreichen Wiesen um Ingolstadt sind für die Bienenzucht von großer Bedeutung. Die Vereinstätigkeit dürfte sich im Wesentlichen darauf beschränkt haben, bei zwanglosen Zusammenkünften Erfahrungen auszutauschen und der Geselligkeit zu dienen.

Die Gründung findet am 12.05.1868 als „Verein zur Hebung der Bienenzucht für Ingolstadt und Umgebung“ durch den Modellschreiner Josef Schmidl statt. Bei dieser Gründungsversammlung wird der Fotograf Franz Xaver Sölch zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Für die Aufstellung der Bienenvölker wird ein Garten in der Nähe der heutigen Griesbadgasse angemietet.

Vereinsleben zwischen 1870 und 1872:

Bereits im Juli 1870 wird eine kleine Zeitung „Bienenwirtschaftliche Mitteilungen“ herausgegeben, die ein unmittelbarer Vorgänger der späteren „Münchener Bienenzeitung“ ist.

Die Mitglieder setzen sich aus Richtern, Notaren, Lehrern, Beamten, Handwerksmeistern, Soldaten und Handwerkern zusammen.

Im August 1874 stirbt der Gründer und Bienenmeister Josef Schmidl, der bis dato weit über die Grenzen Bayerns, ja Deutschlands hinaus bekannt ist. Er fertigt „Bienenwohnungen, Honigschleudern und Imkereigeräte“, die wie die Chronik berichtet, „auch über das Weltmeer“ verschickt werden.

Schon in den Jahren 1868 bis 1872 werden in Ingolstadt bienenwirtschaftliche Ausstellungen durchgeführt.

Wie unser Name entstand:

1879 tritt der Verein dem neu gegründeten „Kreisverein für Bienenzucht und Obstbau in Oberbayern e.V.“ und im Jahr 1881 auch dem neu entstandenen „Bayerischen Bienenzuchtverein“ bei.

Am 30.03.1881 erfolgt die Umbenennung in „Bezirksbienenzuchtverein Ingolstadt“

Einen Markstein in der Geschichte bildet die Erwerbung des 31,7 Ar großen, „vor dem Kreuztor“ in Ingolstadt gelegenen Gartens des Major Schreiners im Oktober 1881, in dem im darauf folgenden Frühjahr ein „Wächterhaus“ errichtet wird, das als Schleuderhaus dient.

Zu diesem Zeitpunkt verfügt der Verein über 239 aktive Mitglieder.

Anfang Oktober 1894 wird der Bienengarten durch Zukauf des Nachbargrundstückes um 46,6 Ar vergrößert. Vier Jahre später werden im Vereinsgarten folgende Pflanzungen und Bienenstände gezählt:

296 Hochstämme
497 Zwergobstbäume
630 Johannisbeer- und Stachelbeerstöcke
770 Rosenstöcke
10  Bienenstände

Das Vereinsheim um 1900:

 

Im Frühjahr 1900 wird das Vereinshaus vergrößert. Ein Saal und eine Kegelbahn werden gebaut. Dieses Vereinsheim „Bienengarten“ dient dem Verein zu diesem Zeitpunkt als Vereins- und Verkehrslokal. Die Finanzierung wird mittels Anteilsscheinen von Mitgliedern sichergestellt.

Im Mai 1900 findet eine Umbenennung in „Bezirksbienenzucht- und Obstbauverein Ingolstadt“ statt. Mit der Umbenennung wird die Schaffung einer Stelle als Obstbauwart notwendig.

1907 wird eine apistische (bienenkundliche) Beobachtungsstation errichtet, im Dezember wird in Ingolstadt die bayerische Imkerversammlung durchgeführt.

Die Zucht von Königinnen:

Angespannt durch die Erfolge der Schweizer Bienenzüchter beschließt der Ingolstädter Verein eine Belegstelle zur Königinnenzucht zu errichten. Im Jahre 1910 werden von 41 Königinnen 40 begattet.

1911 werden bei Hög Heidebienenstände errichtet, 2 Jahre später ein Wanderbienenstand erbaut.

Zwischen 1. und 2. Weltkrieg

Während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 kommt das Vereinsleben fast völlig zum Erliegen.

Im April 1925 wird im Bienengarten die 10. bayerische Züchterberatung durchgeführt, zu der sich Bienenzüchter aus ganz Bayern einfinden.

1926 löst sich der Obstbauverein Ingolstadt auf und tritt dem Bezirksbienenzucht- und Obstbauverein Ingolstadt e.V. bei. Dabei wird das gesamte Vermögen des Obstbauvereins übereignet.

Ab 1934 gibt es nach den damaligen Bestimmungen keinen Vorstand mehr. Durch Zuruf wird ein „Vereinsführer“ gewählt.

In den Jahren 1939 bis 1945 ist aufgrund des 2. Weltkrieges kein Vereinsleben möglich.

Wiedergeburt des Vereins:

Erst im März 1946 wird der Verein durch eine ordentliche Mitgliederversammlung erneut ins Leben gerufen. Das beschädigte Vereinsheim kann allerdings nur notdürftig instand gesetzt werden. Erst 1947 können größere Reparaturen durch Honigspenden der Mitglieder durchgeführt werden.

Die Währungsreform stellt den Verein vor neue Probleme. Der Erlös aus den Honigspenden zur Finanzierung der Reparaturarbeiten am Vereinsheim reicht nicht aus. Im Juli 1948 wird beschlossen, dass die Mitglieder, die keinen Honig abliefern können, 1,– bis 2,– DM spenden sollen.

1949 besteht der Verein aus 226 Mitgliedern, es werden 3218 Bienenvölker betreut und 592 Königinnen gezüchtet.

Was das Pflege- und Altenheim „Bienengarten“ mit dem Bienenzuchtverein verbindet:

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung 1961 wird die „Verwertung“ des Vereinsgrundstücks Westliche Ringstraße 3 in Angriff genommen. Der Beschluss beinhaltet, dass nichts veräußert oder verkauft werden darf. Für die Bienenzucht und den Gartenbau müssen Ersatzgrundstücke beschafft werden.

Am 19.05.1964 kommt der Erbbaurechts- und Privatvertrag zum Abschluss. Im Herbst 1964 wird das bisherige Vereinsheim abgebrochen. Die Erd- und Betonarbeiten für den heute dort stehenden Hochbau beginnen.

Das 1965/66 errichtete Haus geht in den Besitz des Diakonischen Werkes des evangelisch-lutherischen Kirchenbezirks Ingolstadt über und damit das Erbbaurecht.

Aus dem „Vereinsheim Bienengarten“ wird das „Hotel Bienengarten“, das im Jahr 1969 zum „Altenheim Bienengarten“ wird und heute als „Alten- und Pflegeheim Bienengarten“ den Bewohnern kompetente Pflege bietet.